Treppen Blog
Schwebende Stufen, gebogenes Glas - eine Kragarmtreppe, die den Raum neu erfindet
- von Priska
Referenzprojekt · Oberbayern
Eine Wendeltreppe über zwei Stockwerke, individuell gefertigt von uns für ein Privathaus.
In einer privaten Residenz in Oberbayern entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Bauträger ein Treppenunikat, das alles vereint, was den modernen Innentreppenbau fasziniert: schwebende Massivholzstufen aus Eiche, ein elegant geschwungenes Glasgeländer und die Leichtigkeit einer Kragarmkonstruktion - alles vereint in einer geschwungenen Wendelform über zwei volle Stockwerke.
Manche Treppen verbinden nur Etagen. Diese Treppe verbindet Handwerk, Licht und Raum zu etwas, das man nicht so schnell vergisst.
Die Kragarmtreppe - schwebend, ohne Kompromiss
Bei einer Kragarmtreppe ist jede Stufe einseitig in der Wandkonstruktion verankert — ohne sichtbare Unterkonstruktion, ohne Mittelwange. Das Ergebnis sind frei schwebende Trittstufen, die den Raum darunter vollständig freigeben und ein unvergleichliches Gefühl von Leichtigkeit erzeugen. In Kombination mit einer Wendelform und gebogenem Glas steigt die Komplexität in der Planung und Fertigung erheblich. Hier spricht man zu Recht von der Königsklasse im Treppenbau.

Jede Stufe aus massivem Eichenholz wurde individuell auf das Schwingungsmaß der Treppe abgestimmt - Holzauswahl, Faserverlauf, Oberflächenbehandlung. Kein Element ist von der Stange.
Gebogenes Glasgeländer mit aufgesetztem Holzhandlauf
Das Geländer folgt der geschwungenen Treppenlinie in einem Stück gebogenem Sicherheitsglas. Eine Fertigkeit, die höchste Präzision beim Verarbeiten und Montieren verlangt. Der darüber liegende Handlauf aus Massivholz Eiche nimmt die Wärme der Holzstufen auf und verbindet Treppe und Raum zu einem stimmigen Gesamtbild. Glas und Holz, Kälte und Wärme, Transparenz und Substanz - ein gelungener Dialog zweier Materialien.
Indirekte Stufenbeleuchtung: Licht als Gestaltungsmittel
Unter jede Trittstufe wurde eine dezente indirekte Beleuchtung integriert. Sie akzentuiert die Schwebe der Stufen, zeichnet die Treppenlinie auch bei Dunkelheit nach und schafft eine Atmosphäre, die weit über reine Funktionalität hinausgeht. Das Licht betont die handwerkliche Präzision der Kragarmkonstruktion und lässt die Treppe am Abend zu einer eigenständigen Skulptur werden.
Die unsichtbare Verbindung, es liegt in den Details.
Was auf den ersten Blick selbstverständlich wirkt, ist das Ergebnis höchster handwerklicher Sorgfalt: Die Glasbefestigungen - dort, wo Stufe und Glasgeländer aufeinandertreffen - wurden vollständig mit Hirnholzkanten verkleidet. Die Stirnseite der Eichenstufe verläuft nahtlos bis an das Glas heran, die technische Verbindung dahinter verschwindet. So entsteht der Eindruck, als würden die Stufen direkt durch das Glasgeländer hindurchkragen. Frei, ungefasst, schwebend. Kein sichtbares Beschlagwerk, kein Bruch im Material. Nur die reine Form. Es ist genau diese Art von Detail, die ein gutes Treppenprojekt von einem unvergesslichen unterscheidet.
Koordination der Gewerke, die unsichtbare Meisterleistung
Solche Projekte stehen und fallen mit der Koordination. Die Kragarmkonstruktion verlangt exakte Einbettung in die Wand bereits im Rohbau, Toleranzen von wenigen Millimetern entscheiden über das Ergebnis. Unser Montageteam aus Südtirol arbeitet hier eng mit Architekten, Elektrikern, Bauarbeiter, Estrichlegern und Tischler zusammen, um Zeitfenster, Maßhaltigkeit und Qualität in Einklang zu bringen. Das Ergebnis spricht für sich: eine Treppe, die wirkt, als wäre sie immer schon da gewesen.
Ein Unikat für eine Privatwohnung in Oberbayern
Diese Treppe ist ein Einzelstück, entstanden aus dem Dialog mit dem Bauherrn, dem Grundriss, dem Licht des Raumes und den Möglichkeiten unserer Werkstatt. Sie führt nicht nur ins Obergeschoss, sondern öffnet den Blick in eine Galerie und macht den Weg dorthin zur Erfahrung. Wer eine solche Treppe besitzt, weiß: Es gibt keinen zweiten Weg nach oben, der genauso schön ist.



